Anpassungsfähigkeit – oder warum uns Veränderung so schwerfällt

Februar 2026. Mal ehrlich: Wie viele eurer Vorsätze für das neue Jahr aus dem Januar habt ihr bereits über den Haufen geworfen? Zwischen dem 9. und 17. Januar liegt der berühmte „Quitter’s Day“ – der Zeitpunkt im neuen Jahr, an dem die meisten Menschen ihre guten Vorsätze aufgeben.

Datum: 22. Juli 2026

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Buchempfehlung des Monats

Fakt ist: Viele Menschen wollen sich verändern – und scheitern trotzdem. Woran liegt das?

Hier ist meine persönliche Buchempfehlung des Monats: Immunity to Change von Robert Kegan und Lisa Lahey. In ihrem Buch zeigen die Autor:innen, dass Veränderung keineswegs reine Motivations- oder Disziplinsache ist. Oft arbeitet unser eigenes Verhalten unbewusst gegen unsere Ziele.

Die unsichtbare „innere“ Immunität

Wir können gleichzeitig für und gegen eine Veränderung sein. Neben unseren bewussten Zielen gibt es eine unsichtbare innere „Immunität“, die uns schützt. Diese Immunität ist kein irrationaler Widerstand, sondern ein intelligenter Schutzmechanismus – einer, der uns vor Risiken bewahrt, die wir unbewusst befürchten. Sie wird zudem von unseren persönlichen Überzeugungen und Werten geprägt, die wir beispielsweise mit dem MVPI messen können.

Das Resultat: Wir wollen etwas verändern, handeln aber oft genau gegenteilig. Das Immunity to Change-Modell macht diesen inneren Konflikt sichtbar und hilft dabei, echte, nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

Die vier Elemente der Immunity-to-Change-Map

  1. Entwicklungsziel (Improvement Goal): Das konkrete Verhalten, das wir verändern wollen.

    Beispiel: „Ich möchte in Meetings klarer und prägnanter sprechen.“

  2. Kontraproduktive Verhaltensweisen (Counterproductive Behaviors): Die tatsächlichen Handlungen, die dem Ziel entgegenwirken.

    Beispiel: „Ich hole zu weit aus, verliere mich in Details und rechtfertige mich.“

  3. Verborgene konkurrierende Verpflichtungen (Hidden Competing Commitments): Unbewusste Beweggründe, die uns zurückhalten.

    Beispiel: „Ich darf keinesfalls inkompetent wirken. Ich muss alles genau erklären.“

  4. Grundlegende Annahmen (Big Assumptions): Tief verwurzelte Überzeugungen, die sich wie unumstößliche Fakten anfühlen.

    Beispiel: „Wenn ich mich kurz fasse, denken die anderen, ich hätte nichts beizutragen.“

Diese Annahmen sind uns oft nicht bewusst, beeinflussen unser Verhalten aber maßgeblich.

Warum das Modell so effektiv ist

  • Es wertet Widerstand nicht ab: Verhaltensweisen, die Veränderungen blockieren, werden als sinnvolle Schutzmechanismen verstanden.

  • Es verbindet Mindset, Emotionen und Verhalten: Es zeigt, dass Veränderung nicht nur im Außen, sondern vor allem im Inneren stattfindet.

  • Es ermöglicht adaptive Entwicklung: Nicht nur das Verhalten verändert sich, sondern auch das zugrundeliegende Selbstbild.

Der Hebel für nachhaltige Veränderung

Dauerhafte Veränderung entsteht nicht durch noch mehr Disziplin, sondern durch:

  • Das Bewusstmachen konkurrierender Verpflichtungen

  • Das Hinterfragen grundlegender Annahmen durch kleine, risikoarme Experimente

  • Die Entwicklung eines reiferen Selbstverständnisses, das neue Handlungsspielräume eröffnet

Fazit

Immunity to Change zeigt, dass Veränderung nicht bloß eine Frage der Willenskraft ist. Sie ist das Zusammenspiel aus bewussten Zielen, unbewussten Schutzmechanismen und tief sitzenden Annahmen. Wer diese Dynamiken erkennt, kann echte und nachhaltige Transformation erreichen.

Die Hogan-Persönlichkeitsanalysen – insbesondere die Werterdimension (MVPI) – helfen uns zu verstehen, was uns persönlich motiviert. Einblicke in die „Innenseite“ der Persönlichkeit machen sichtbar, wofür wir uns unbewusst einsetzen oder wogegen wir uns streuben.

Viel Spaß beim Lesen!

Nicole Neubauer

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