Femella: Die Herausforderung, Feedback zu geben
Einerseits ist Feedback ein grundlegender Bestandteil der Kommunikation am Arbeitsplatz und wird oft als einfache Aufgabe wahrgenommen. Viele gehen davon aus, dass Feedback zu geben unkompliziert oder gar unnötig sei – sie betrachten es eher als lästige Pflichtübung denn als wertvolles Werkzeug für persönliches Wachstum.
Datum: 22. Juli 2026
Kategorien:
Wie Feedback wahrgenommen wird
Feedback wird jedoch häufig zu selten gegeben und mangelhaft umgesetzt, da es als Bedrohung für das eigene Selbstwertgefühl empfunden werden kann. Wenn es schlecht vermittelt wird, kann sich die empfangende Person verurteilt fühlen. Das löst Stress sowie eine Abwehrhaltung aus und verhindert letztlich, dass die Rückmeldung überhaupt angenommen werden kann.
Auf der anderen Seite bietet wirksames Feedback entscheidende Vorteile:
-
Es ermöglicht notwendige Veränderungen und verstärkt gleichzeitig erwünschtes Verhalten.
-
Es hilft Einzelnen, ein klares Selbstbild zu entwickeln.
-
Es erfüllt das zwischenmenschliche Bedürfnis zu verstehen, wie man von anderen wahrgenommen wird.
-
Es fördert den Informationsaustausch zwischen zwei Personen, die gemeinsam an Problemlösungen arbeiten (auf Augenhöhe sprechen).
-
Es stärkt und fördert eine Kultur des kontinuierlichen Lernens.
-
Es schafft Transparenz und gibt die Chance, Vertrauen aufzubauen.
Feedback wird seit Langem erforscht und ist aus gutem Grund fester Bestandteil zahlreicher psychologischer Theorien – mit dem Ziel, Motivation und Leistung zu steigern: darunter das berühmte Job Characteristics Model von Hackman (1976), das Job Demands-Resources Model von Bakker (2007) oder die Goal-Setting Theory von Locke (1990), um nur einige zu nennen.
Feedback geben – Das Event mit Femella
Wie ihr im Mai gesehen habt, kamen Personality Guidance und Femella zu einem Workshop zusammen. Es war die perfekte Gelegenheit für die Teilnehmerinnen, ihr volles Potenzial durch Persönlichkeitsverständnis und Selbstwahrnehmung zu entfalten.
Vor dem Event absolvierte jede Teilnehmerin ein individuelles Hogan-Persönlichkeitsverfahren (mit Fokus auf das Hogan Personality Inventory, HPI), das während des Workshops interpretiert wurde. Und genau hier kommt die Bedeutung von Feedback ins Spiel: Bei der Auswertung haben wir den Femellas geholfen, mehr über ihre Persönlichkeit zu erfahren und zu verstehen, wie ihre Stärken ihren Führungsstil prägen.
Wie haben wir sichergestellt, dass das Persönlichkeits-Feedback für die Femellas effektiv war?
Nachfolgend stellen wir vier verschiedene Feedback-Modelle vor, die von Personality Guidance als solide Basis für wirksames Feedback empfohlen werden. Das erste Beispiel – das SBI-Modell – zeigt, wie wir Persönlichkeits-Feedback in unserem Workshop mit Femella eingesetzt haben:
S – Situation
Beim Feedbackgeben ist es entscheidend, konkrete und nachvollziehbare Beispiele zu nennen. Der erste Schritt besteht darin, die betreffende Situation präzise zu beschreiben.
Beispiel: Nehmen wir eine Femella mit einem hohen Wert in der Skala Zwischenmenschliche Sensibilität (Interpersonal Sensitivity). Ein passendes Szenario wäre ein Meeting, in dem die betroffene Femella, die Geschäftsführung und eine weitere Person darüber entscheiden müssen, ob ein Mitarbeitender entlassen wird.
B – Behavior (Verhalten)
In einem solchen Meeting wird die Femella mit hoher zwischenmenschlicher Sensibilität bestimmte Verhaltensweisen zeigen: Sie ist bestrebt, Harmonie zu wahren, nimmt die politische Dynamik im Raum wahr und versteht, dass eine Kündigung das Teamgefüge belasten könnte. In der Folge fällt es ihr möglicherweise schwer, eine Entscheidung zu treffen, da sie Konflikte vermeiden möchte. Beim Feedbackgeben ist es daher essenziell, sich genau auf diese beobachtbaren Verhaltensweisen zu fokussieren.
I – Impact (Wirkung / Auswirkung)
Beim Vermitteln des Feedbacks wird die Auswirkung dieses Verhaltens beleuchtet. Dieses Verhalten kann im Meeting dazu führen, dass die Geschäftsführung ratlos ist, warum die Femella bei der Entscheidung zögert. Der Wunsch, die soziale Harmonie aufrechtzuerhalten, könnte somit ihre wahrgenommene Fähigkeit beeinträchtigen, harte Entscheidungen zu treffen und Führung zu zeigen.
Gleichzeitig ist es ebenso wichtig, die positiven Aspekte dieser Persönlichkeitseigenschaft hervorzuheben: Die Femella wird ihre Worte voraussichtlich sehr bedacht wählen, um niemanden zu verletzen. Sie überbringt schlechte Nachrichten einfühlsam, bietet Unterstützung (wie Outplacement-Dienste) an und stellt Ressourcen bereit, um den Verlust des Arbeitsplatzes abzufedern. Ihre Körpersprache ist dabei offen und zugewandt – durch Vorbeugen, Blickkontakt und eine zugewandte Haltung.