Was lässt manche Athletinnen und Athleten unter hohem Druck besser abschneiden als andere?

Eine Hogan-Studie mit einer Sportnationalmannschaft liefert uns eine konkrete Antwort: Die Persönlichkeit macht den Unterschied.

Datum: 10. August 2026

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Blickt man vorausschauend auf die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026, drehen sich die meisten Gespräche um Taktik, körperliche Fitness, Star-Spieler und Teamstrategien. Doch eine entscheidende Frage bleibt oft im Hintergrund: Was lässt manche Athletinnen und Athleten unter hohem Druck besser abschneiden als andere?

Eine Hogan-Studie mit einer Nationalmannschaft liefert eine konkrete Antwort: Die Persönlichkeit zählt. In dieser Studie absolvierten 106 Profi-Athleten die Hogan-Assessments: den Hogan Personality Inventory (HPI), den Hogan Development Survey (HDS) und den Motives, Values, Preferences Inventory (MVPI). Von diesen Sportlern wurden 77 zusätzlich von ihren Trainern hinsichtlich ihrer Leistung bewertet. Hogan analysierte anschließend, welche Persönlichkeitsmerkmale mit einer höheren Leistung zusammenhängen.

Was kam dabei heraus?

Besser bewertete Athletinnen und Athleten zeigten tendenziell folgende Eigenschaften:

  • Wettbewerbsorientiert, ehrgeizig und zielstrebig (Ambition)

  • Zuverlässig und detailorientiert (Besonnenheit)

  • Fokussiert und wenig ablenkbar (Sozialeumgänglichkeit)

  • Neugierig und strategisch (Wissbegierde)

  • Kooperativ und bereit, sich der Team-Agenda unterzuordnen (Passiver Widerstand)

  • Sozial kompetent und kontaktfreudig (Buntschillernd)

  • Bereit, den Anweisungen des Trainers zu folgen (Dienstbeflissen)

  • Diszipliniert und regeltreu (Draufgängerisch)

  • Bewusst bezüglich Form und Stil (Ästhetik)

  • Getrieben vom Willen zu gewinnen (Machtstreben)

Das ist besonders interessant, weil es sich hierbei nicht nur um „sportliche Qualitäten“ handelt. Es sind genau die Eigenschaften, die Unternehmen jeden Tag benötigen.

Eine der auffälligsten Erkenntnisse war folgende: Unter den Athleten mit einer geringen Übereinstimmung mit dem Hogan-Profil waren 56 % Leistungsträger im unteren Bereich. Unter den Athleten mit einer hohen Übereinstimmung gehörten hingegen 88 % zu den mittleren oder Top-Performern, und nur 12 % fielen in den unteren Leistungsbereich.

Wo sich Sport und Wirtschaft überschneiden

Im Fußball bewundern wir oft die technischen Fähigkeiten: Schnelligkeit, Präzision, Kreativität und physische Stärke. Doch bei einer Weltmeisterschaft sehen wir auch etwas anderes: Wir sehen Spieler, die unter Druck ruhig bleiben. Wir sehen diejenigen, die der Strategie des Trainers folgen, selbst wenn das Spiel emotional wird. Wir sehen Teams, die nach einem Rückschlag die Disziplin wahren. Und wir sehen Führungspersönlichkeiten, die der Gruppe Energie, Fokus und Selbstvertrauen verleihen.

Hier treffen Sport und Organisationen aufeinander:

Auch Unternehmen brauchen Menschen, die unter Druck Leistung bringen. Sie brauchen Führungskräfte, die ehrgeizig, aber dennoch teamorientiert sind. Sie brauchen Mitarbeitende, die strategisch, aber gleichzeitig diszipliniert agieren. Sie brauchen Menschen, die die Organisation gut repräsentieren – nicht nur gegenüber Kunden, sondern auch intern in Momenten von Stress und Veränderung.

Für Unternehmen bedeutet das: Persönlichkeitsanalysen können bessere Entscheidungen bei der Personalauswahl, Führungskräfteentwicklung, Nachfolgeplanung und Teamentwicklung unterstützen. Genau wie ein Trainer das volle Potenzial eines Athleten verstehen möchte, sollten auch Organisationen das volle Potenzial ihrer Mitarbeitenden verstehen.

Die Weltmeisterschaft 2026 wird uns daran erinnern, dass die besten Teams nicht nur auf einzelnen Stars aufgebaut sind!

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