Der „Too-much-talent“-Effekt
Haben Sie schon einmal vom Tiki-Taka-Fußballstil des FC Barcelona gehört? Diese Technik, die auf kurzen, schnellen Pässen basiert, war die Strategie von Xavi, Iniesta und Messi, um optimal abgestimmt und leistungsstark zu agieren. Denken wir an diese Spieler, denken wir an absolute Top-Talente. Und denken wir daran, wie sie in der Lage waren, Tiki-Taka zu spielen, denken wir an aufgabenbezogene Interdependenz (die gegenseitige Abhängigkeit bei der Aufgabenerfüllung).
Datum: 10. August 2026
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Haben Sie schon einmal vom Tiki-Taka-Fußballstil des FC Barcelona gehört? Diese Technik, die auf kurzen, schnellen Pässen basiert, war die Strategie von Xavi, Iniesta und Messi, um optimal abgestimmt und leistungsstark zu agieren. Denken wir an diese Spieler, denken wir an absolute Top-Talente. Und denken wir daran, wie sie in der Lage waren, Tiki-Taka zu spielen, denken wir an aufgabenbezogene Interdependenz (die gegenseitige Abhängigkeit bei der Aufgabenerfüllung).
Haben Sie jedoch schon einmal darüber nachgedacht, dass zu viele Talente auf einem Haufen diese gegenseitige Abhängigkeit beeinträchtigen könnten?
Swaab und Kollegen (2014) haben genau dieses Phänomen untersucht:
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Studie 1: Untersucht wurden die Top-Talente von Nationalfeilnehmern in der FIFA-Rangliste (WM-Qualifikation). Der Vorteil, Top-Talente im Team zu haben, schlug ab einem gewissen Punkt in negative Konsequenzen für die Teamleistung um.
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Studie 2: Hier wurde der Einfluss von Top-Talenten auf die Abstimmung in NBA-Basketballteams über 10 Spielzeiten hinweg analysiert. Ähnlich wie in Studie 1 hatte der Vorteil vieler Top-Talente ab einem bestimmten Punkt negative Auswirkungen auf die Abstimmung im Team.
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Studie 3: Es wurden 30 MLB-Baseballteams über 10 Spielzeiten analysiert. Hier zeigte sich: Je mehr Baseball-Talente, desto höher die Leistung.
Warum fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus?
Die Studien 1 und 2 erfordern eine hohe gegenseitige Abhängigkeit (Interdependenz) zwischen den Spielern, während Studie 3 deutlich weniger Interdependenz zwischen den Akteuren erfordert.
Wie von den Autoren vermutet, wurde die Beziehung zwischen Top-Talenten und Leistung durch den Grad der aufgabenbezogenen Interdependenz moderiert. In anderen Worten: Je höher die gegenseitige Abhängigkeit bei den Aufgaben der Spieler ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für den „Too-much-talent“-Effekt.
Wie kommt es dazu?
Je höher die Anzahl der Top-Talente, desto stärker ist der Statuskampf innerhalb der Gruppe. Die Energie der Gruppe fließt dann eher in das Ausfechten von Dominanzstrukturen als in die Abstimmung und die eigentliche Leistung.
Lassen sich diese Erkenntnisse über den Sport hinaus übertragen? Wahrscheinlich ja, denn was Sport und Unternehmen verbindet, sind Wettbewerb und Zusammenarbeit.
Wenn Sie die praktischen Konsequenzen dieser Studien für Ihr eigenes Unternehmen berücksichtigen möchten, beantworten Sie vor der Rekrutierung von reinen Top-Talenten folgende Frage: „Wie stark ist die aufgabenbezogene Interdependenz zwischen den Mitarbeitenden in meinem Team?“
Die Analysen von Hogan Assessments sind ein hervorragender Startpunkt für diese Art der Rekrutierung!