Geschenk 1: Warum echte Ausnahmetalente so extrem selten sind
Die wichtigste Erkenntnis vorab: Der „Unicorn“-Kandidat existiert in der Praxis so gut wie gar nicht.
Datum: 27. Juli 2026
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Die erste Studie, die wir euch als Impuls für eure Organisation mitgeben möchten, stammt aus der Forschung von Gilles E. Gignac (2025): „The Number of Exceptional People: Fewer than 85 per 1 Million Across Key Traits“.
Die zentrale Botschaft? Den perfekten „Unicorn“-Kandidaten gibt es so gut wie gar nicht. Lasst uns einen genaueren Blick darauf werfen, was die Studie damit meint – und was das für die heutige Personalauswahl bedeutet.
Was Unternehmen wirklich suchen
Organisationen betonen häufig, dass sie Personen suchen, die:
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sehr intelligent sind (Kognitive Fähigkeiten)
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äußerst zuverlässig und fleißig sind (Gewissenhaftigkeit)
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emotional gelassen und belastbar sind (Emotionale Stabilität)
Diese Studie stellte eine einfache, aber fundamentale Frage: Wie viele Menschen besitzen eigentlich alle drei dieser Eigenschaften gleichzeitig auf einem sehr hohen Niveau?
Um das herauszufinden, simulierter der Forscher 20 Millionen Personen, um zu berechnen, wie oft hohe Ausprägungen aller drei Merkmale zusammen auftreten.
Die Personen wurden in vier Gruppen unterteilt:
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Solide (Notable): bei allen drei Merkmalen mindestens durchschnittlich
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Überdurchschnittlich (Remarkable): bei allen drei Merkmalen deutlich über dem Schnitt
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Herausragend (Exceptional): bei allen drei Merkmalen extrem hoch
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Absolutes Ausnahmetalent (Profoundly exceptional): bei allen drei Merkmalen außergewöhnlich hoch
Die Ergebnisse im Überblick
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Nur 16 % der Menschen schneiden bei allen drei Merkmalen gleichzeitig überhaupt durchschnittlich oder besser ab.
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Weniger als 1 % liegen bei allen drei Merkmalen deutlich über dem Durchschnitt.
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Nur etwa 85 Personen von 1 Million sind wirklich herausragend (sehr hohe Werte in allen drei Bereichen).
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Jemand, der in allen drei Bereichen ein absolutes Ausnahmetalent ist, ist so selten, dass die Simulation nur eine einzige Person unter 20 Millionen fand.
Was wir daraus für die Praxis mitnehmen
1. Der Wunsch nach dem „Unicorn“ ist statistisch unrealistisch
Jemanden zu suchen, der extrem intelligent, extrem fleißig und extrem belastbar ist, gleicht statistisch der Suche nach einem Fabelwesen. Wenn eure Kriterien Perfektion auf allen Ebenen verlangen, ist Enttäuschung vorprogrammiert.
2. Gute Allrounder sind selten – und extrem wertvoll
Viele Unternehmen übersehen Kandidat:innen, die solide intelligent, verlässlich gewissenhaft und angemessen belastbar sind, weil sie nicht „spektakulär genug“ wirken. Die Studie zeigt: Menschen, die in diesen Merkmalen auch nur leicht über dem Schnitt liegen, sind bereits Mangelware und extrem wertvoll für jedes Team.
3. Zu viele Filter zerstören den Talentpool
Jedes zusätzliche Kriterium, das als K.-o.-Kriterium definiert wird, schrumpft die Zahl geeigneter Personen exponentiell. Zu strenge Filter sichern also nicht die Qualität – sie lassen euch am Ende schlicht ohne Bewerber da stehen.
4. Mut zu Kompromissen statt Jagd nach Perfektion
Da Spitzenwerte über mehrere Merkmale hinweg so selten sind, gilt:
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Kein einziger Neuzugang wird in allem perfekt sein.
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Stellt Teams so zusammen, dass sich die Stärken der einzelnen Personen ergänzen.
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Bewertet das Gesamtbild und baut komplementäre Teams auf, anstatt der einen perfekten Person nachzujagen.
5. Erwartungen im Recruiting brauchen einen Realitätscheck
Führungskräfte klagen oft, dass sie „einfach keine guten Leute finden“. Diese Forschung zeigt: Das Problem ist oft nicht der Arbeitsmarkt, sondern die unbegründete Vorstellung davon, wie häufig Multitalente in der Realität vorkommen.
Euer PG-Team
Referenz
Gignac, G. E. (2025). The number of exceptional people: Fewer than 85 per 1 million across key traits. Personality and Individual Differences, 234, 112955. https://doi.org/10.1016/j.paid.2024.112955