Geschenk 2: Ernsthafte Angelegenheit – Was Humor bei der Arbeit über uns verrät
Wie oft am Tag lachen Erwachsene über 35 Jahre im Durchschnitt? Studien zeigen: Die Antwort lautet 15-mal!
Datum: 27. Juli 2026
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Die zweite Studie, die wir euch als Impuls für eure Organisation mitgeben möchten, stammt aus der Forschung von Hogan Assessments zum Thema Humor am Arbeitsplatz. Die zentrale Erkenntnis ist simpel: Der Kontext entscheidet. Lasst uns einen genauen Blick darauf werfen!
Warum Humor am Arbeitsplatz zählt
Die meisten von uns wissen intuitiv, dass Humor bei der Arbeit eine Rolle spielt. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2012 bestätigt das wissenschaftlich: Humor ist mit positiven gesundheitlichen Effekten für Mitarbeitende verbunden – wie geringerem Burnout- und Stressrisiko, besserer allgemeiner Gesundheit und einer höheren Bewältigungskompetenz in Belastungssituationen.
Darüber hinaus steht Humor in direktem Zusammenhang mit wichtigen Arbeitsergebnissen:
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Höhere Leistung
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Steigende Arbeitszufriedenheit
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Stärkerer Teamzusammenhalt
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Geringere innere Kündigung
Warum also nicht gezielt Menschen einstellen, die diese positiven Dynamiken fördern? Wir unterstützen euch dabei, diese Potenziale aus einer Persönlichkeitsperspektive zu identifizieren.
Humor vs. Sinn für Humor
Eine der wertvollsten Erkenntnisse aus der Forschung ist die Unterscheidung zwischen zwei Begriffen:
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Sinn für Humor ist eine Persönlichkeitseigenschaft.
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Humor ist ein konkretes Verhalten.
Mit anderen Worten: Jemand kann von Natur aus Humor schätzen, ohne dass eigene Witze in jeder Situation gut ankommen. Verhalten wird nämlich nicht nur durch die Persönlichkeit geprägt, sondern auch durch Selbstwahrnehmung und den jeweiligen Kontext.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn sie bedeutet: Humor lässt sich steuern und anpassen, selbst wenn die eigene Persönlichkeit weitgehend stabil bleibt.
Allgemeiner Humor im Hogan-Profil
Welche Skalen in den Hogan-Verfahren korrelieren mit einem allgemeinen Sinn für Humor? Die stärksten Zusammenhänge zeigen sich bei hoher Geselligkeit (Sociability), hoher Ausdrucksstärke (Colorful) und hohem Genussstreben (Hedonism).
Das deckt sich mit dem, was wir erwarten würden. Gehen wir jedoch eine Ebene tiefer und betrachten die vier verschiedenen Humorstile.
Zwei Fragen, die Humor am Arbeitsplatz definieren
Jeglicher Humor am Arbeitsplatz lässt sich anhand von zwei einfachen Fragen einordnen:
Erstens: Ist die Wirkung positiv oder negativ? Zweitens: Richtet sich der Humor an andere oder an einen selbst?
Aus diesen zwei Dimensionen ergeben sich vier typische Humorstile:
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Verbindender Humor (Positiv / An andere gerichtet): Das ist die Art von Humor, die Menschen zusammenbringt. Er ist inklusiv, leicht und verbindend – Witze, bei denen sich andere wohlfühlen, anstatt bloßgestellt zu werden. In den Hogan-Verfahren zeigt sich verbindender Humor typischerweise bei hohen Werten in Gelassenheit, Geselligkeit, Zwischenmenschlicher Sensibilität sowie Genuss, Gemeinschaft und Altruismus. Dieser Stil ist durchweg mit Vertrauen, Zusage von Zusammenarbeit und einem positiven Teamklima verbunden.
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Selbststärkender Humor (Positiv / An sich selbst gerichtet): Hier geht es nicht primär darum, andere zum Lachen zu bringen, sondern um Bewältigung (Coping). Menschen mit diesem Humorstil können über stressige Situationen lachen und behalten die Orientierung, wenn Dinge schiefgehen. Dieser Stil zeichnet sich durch hohe Werte bei Gelassenheit, Geselligkeit, Ehrgeiz, Durchsetzungsstärke und Neugier aus. Am Arbeitsplatz fördert er die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit, insbesondere in Umfeldern mit hohem Druck.
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Aggressiver Humor (Negativ / An andere gerichtet): Ironie, Sarkasmus, Sticheleien und Aussagen wie „Das war doch nur ein Scherz!“, die etwas zu scharf treffen. Aggressiver Humor wird oft genutzt, um Dominanz zu zeigen, Anerkennung zu gewinnen oder Grenzen auszutesten. Kurzfristig mag das Lacher erzeugen, birgt aber echte Risiken – insbesondere in Führungsrollen. Er zeigt sich oft bei hoher Gelassenheit, Geselligkeit und Risikofreude, aber geringer zwischenmenschlicher Sensibilität. Auf lange Sicht untergräbt aggressiver Humor Vertrauen, anstatt es aufzubauen.
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Selbstabwertender Humor (Negativ / An sich selbst gerichtet): Dieser Humor nutzt Selbstkritik oder das Herabsetzen der eigenen Person, um Zustimmung zu gewinnen oder Konflikten auszuweichen. Was harmlos oder sympathisch wirken mag, kann schleichend die eigene Glaubwürdigkeit und Autorität untergraben. Dieser Stil korreliert häufig mit hoher Gelassenheit und Geselligkeit bei gleichzeitig niedrigerem Ehrgeiz. Im beruflichen Umfeld kann er dazu führen, dass andere unsicher sind, wie ernst die Person zu nehmen ist.
Der wahre Schlüssel: Kontext und Selbstwahrnehmung
Derselbe Witz kann eine Beziehung stärken – oder sie beschädigen. Das hängt ab von der Unternehmenskultur, dem konkreten Moment, der Situation und den beteiligten Personen.
Vertrauen entsteht nicht durch große Gesten. Es entsteht in den kleinen, alltäglichen Momenten – und dazu gehört auch, wie wir Humor einsetzen!
Euer PG-Team
Referenzen & Messinstrumente:
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Aaker, J., & Bagdonas, N. (2021). Humor, Seriously: Why humor is a secret weapon in business and life.
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Martin, R. A. et al. (2003). Individual differences in uses of humor: Humor Styles Questionnaire (HSQ).
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Mesmer-Magnus, J. et al. (2012). A meta-analysis of positive humor in the workplace.
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Hogan Assessment Systems (HPI, HDS, MVPI).