Geschenk 3: Erfurchtgebietende Einblicke – Gegenproduktives Arbeitsverhalten mit Hogan verstehen

Sind verschiedene „Schattenseiten“ der Persönlichkeit mit unterschiedlichen Arten von gegenproduktivem Verhalten am Arbeitsplatz verknüpft?

Datum: 29. Juli 2026

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Unser drittes Geschenk für Ihre Organisation stützt sich auf die Forschung von Hogan Assessments zu gegenproduktivem Arbeitsverhalten (Counterproductive Work Behavior, CWB). Es zeigt auf, wie bestimmte Hogan-Derailer mit konkreten Verhaltensweisen zusammenhängen – wie etwa unangemessenen verbalen Derailer.

Die Antwort auf die obige Frage lautet eindeutig Ja – und die Details sind entscheidend.

Gegenproduktives Arbeitsverhalten (CWBs): Die Typen

In der traditionellen Forschung wurde gegenproduktives Arbeitsverhalten oft pauschal in eine einzige große Kategorie geworfen. In der Praxis sehen jedoch nicht alle CWBs gleich aus und sie bergen auch nicht das gleiche Risikoniveau.

Anstatt zu fragen: „Wer ist risikoreich?“, stellte diese Studie eine viel nützlichere Frage: „Wer ist auf welche Weise risikoreich?“

Die Forscher nutzten ein sehr feinmaschiges Modell, das CWBs in 11 spezifische Typen unterteilt, darunter:

  • Fehlnutzung von Zeit und Ressourcen

  • Zurückhalten von Leistung oder Erbringen von Arbeit schlechter Qualität

  • Unsicheres Verhalten

  • Mangelnde Anwesenheit / Fehlzeiten

  • Unangemessene verbale oder physische Handlungen

  • Alkoholkonsum bei geschäftlichen Veranstaltungen

  • Missbrauch von Informationen

Warum das Hogan Development Survey (HDS)?

Das Hogan Development Survey untersucht Persönlichkeitsmerkmale, die vor allem unter Stress, Druck oder bei nachlassender Selbstkontrolle zum Vorschein kommen. Dabei handelt es sich nicht um klinische Störungen – es sind alltägliche Entgleisungsfaktoren, die die meisten Menschen bis zu einem gewissen Grad in sich tragen.

CWBs treten besonders häufig unter ganz bestimmten Bedingungen auf:

  • Wenn Menschen sich frustriert oder übergangen fühlen

  • Wenn die Rechenschaftspflicht / Kontrolle gering ist

  • Wenn der Stresspegel hoch ist

  • Wenn niemand genau hinsieht

Mit anderen Worten: Genau unter den Bedingungen, in denen dunkle Persönlichkeitsseiten am ehesten zum Vorschein kommen.

Was wurde herausgefunden?

1. Die Skala „Passiver Widerstand“

Passiver Widerstand erwies sich als der stärkste und konsistenteste Prädiktor über mehrere CWBs hinweg. Personen mit höheren Werten bei Passivem Widerstand werden an der Oberfläche oft als kooperativ beschrieben, tragen jedoch eine stille Unzufriedenheit oder Groll in sich.

In dieser Studie waren höhere Werte verknüpft mit:

  • Missbrauch von Informationen

  • Fehlnutzung von Zeit und Ressourcen

  • Mangelnder Anwesenheit

  • Schlechter Arbeitsqualität

Wenn sich Frust anstaut, konfrontieren diese Personen Probleme selten direkt – stattdessen klinken sie sich leise aus oder „rächen sich“ auf subtile Weise.

2. Die Skala „Draufgängerisch“

Draufgängerisch spiegelt Impulsivität, Charme und die Bereitschaft wider, Regeln zu biegen. In dieser Studie war dies am deutlichsten verknüpft mit:

  • Fehlnutzung von Zeit und Ressourcen

Hier geht es nicht um Diebstahl oder Sabotage, sondern um das Austesten von Grenzen – besonders wenn Struktur oder Aufsicht schwach sind. Personen mit hohen Werten betrachten Regeln (etwa bei Arbeitszeiten, Spesen oder Prioritäten) oft als optional.

3. Die Skala „Buntschillernd“

Buntschillernde-Individuen sind ausdrucksstark, mitreißend und aufmerksamkeitsorientiert. Diese Energie kann eine Stärke sein – birgt aber auch ein spezifisches Risiko. Buntschillernd war einer der stärksten Prädiktoren für:

  • Alkoholkonsum bei geschäftlichen Anlässen

Dies spiegelt eher die gesellige Natur von alkoholbezogenen Verhaltensweisen wider als Sucht oder absichtliches Fehlverhalten.

4. Die Skala Skeptisch

Skeptisch – geprägt von Misstrauen und Sensibilität gegenüber den Motiven anderer – zeigte eine klare Beziehung zu:

  • Schlechter Arbeitsqualität

Wenn Menschen anderen böse Absichten unterstellen, können Motivation und Sorgfalt schnell sinken. Es handelt sich um ein Engagement-Tief, das durch Misstrauen und Defensivität angetrieben wird.

5. Die Skala „Distanziert“

Distanziert-Personen sind unter Druck oft ruhig, zurückgezogen und emotional distanziert. Interessanterweise waren sie nicht mit disruptivem Verhalten verknüpft, dafür aber mit:

  • Unsicherem Verhalten

Dies kann ein Ausklinken aus Gruppennormen oder einen Mangel an Aufmerksamkeit für die gemeinsame Verantwortung widerspiegeln. Schweigen und Rückzug können genauso ins Gewicht fallen wie offenes Fehlverhalten.

Was ist mit den Skalen „Vorsichtig“ und „Dienstbeflissen“?

Nicht alle Schattenseiten erhöhten das Risiko. Im Gegenteil:

  • Vorsichtig war mit weniger unangemessenem physischem Verhalten verknüpft.

  • Dienstbeflissen war mit weniger unangemessenem verbalem Verhalten verknüpft.

Menschen, die vorsichtig, regelbewusst oder autoritätsbezogen sind, neigen dazu, sich selbst strenger zu kontrollieren.

Was zeigte sich nicht?

Interessanterweise fand die Studie keine starken Zusammenhänge zwischen HDS-Merkmalen und extremen Vergehen wie:

  • Diebstahl

  • Sachbeschädigung

  • Drogenkonsum

Diese Verhaltensweisen sind extremer und oft illegal. Die Autoren stellen fest, dass deren Vorhersage möglicherweise gravierendere oder klinische Persönlichkeitsfaktoren erfordert, die über das hinausgehen, was das HDS messen soll.

Dies unterstreicht einen wichtigen Punkt: Das HDS eignet sich am besten zur Vorhersage von alltäglichen Entgleisungen am Arbeitsplatz, nicht von kriminellem Verhalten.

Ihre PG-Guides

Referenzen:

Muller, L., Winterberg, C., Hall, D., & Boudreaux, M. (2024, April). Dark personality predicts dark behavior: Linking HDS scales to specific counterproductive work behaviors. Poster presented at the Society for Industrial and Organizational Psychology Annual Conference, Chicago, IL.