Geschenk 4: Warum manchen Menschen Stress schwerer zu schaffen macht als anderen

Warum Stress manche Personen weit mehr auslaugt als andere – selbst wenn sie sich in ähnlichen Rollen befinden...

Datum: 29. Juli 2026

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Unser viertes Geschenk für Ihre Organisation stützt sich auf die Forschung von Hogan Assessments zum Thema Persönlichkeit. Es zeigt auf, wie Hogan-Tools Erkenntnisse darüber liefern können, warum manche Menschen mehr Stress erleben als andere.

Die wichtigste Erkenntnis? Personen, die nach außen hin stabil und anpassungsfähig wirken, können innerlich dennoch völlig ausgelaugt sein. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Ergebnisse.

Wir alle wissen, dass Arbeit stressig sein kann – das ist nichts Neues. Fristen häufen sich, Prioritäten kollidieren, Feedback schmerzt. Diese Studie untersucht jedoch etwas Subtileres und für Organisationen weitaus Wichtigeres: warum Stress manche Menschen viel stärker auslaugt als andere, selbst wenn sie vergleichbare Positionen innehaben.

Die Antwort hat, wie sich zeigt, viel mit den „Schattenseiten“ der Persönlichkeit zu tun – den Persönlichkeitsanteilen, die unter Druck, Müdigkeit oder Frustration zum Vorschein kommen.

Diese Forschung von Hogan Assessments untersucht, wie diese dunklen Verhaltenstendenzen nicht nur mit dem Verhalten am Arbeitsplatz zusammenhängen, sondern auch mit Gesundheit, Energie und emotionalem Wohlbefinden.

Was die Forscher verstehen wollten

Ausgangspunkt war eine einfache Beobachtung: Menschen reagieren nicht auf dieselbe Weise auf Stress.

  • Einige werden angespannt und ziehen sich zurück.

  • Einige werden zynisch.

  • Einige brennen leise aus.

  • Andere wirken interessanterweise voller Energie – selbst wenn der Umgang mit ihnen nicht immer leicht ist.

Die Forscher stellten sich folgende Fragen:

  1. Welche dunklen Persönlichkeitsmerkmale sind mit Erschöpfung und schlechterem Wohlbefinden verknüpft?

  2. Welche sind es nicht?

  3. Und hilft Stress am Arbeitsplatz dabei, diese Zusammenhänge zu erklären?

Wer und was wurde gemessen?

Rund 285 berufstätige Erwachsene absolvierten:

  • Das Hogan Development Survey (HDS) zur Erfassung von Schattenseiten-Persönlichkeitsmerkmalen

  • Einen etablierten Fragebogen zu Gesundheit und Wohlbefinden

  • Eine Messung von arbeitsbedingtem Stress

Die Skalen mit der stärksten Verbindung zu Erschöpfung und schlechtem Wohlbefinden

Fünf Hogan-Derailer stachen durchgehend hervor:

1. Sprunghaft

  • Merkmale: Emotional intensiv, schnell reagierend, leicht frustriert.

  • Ergebnisse: Personen mit höheren Werten bei Sprunghaft berichteten über deutlich höhere Erschöpfung, geringeres emotionales Wohlbefinden, schlechtere soziale Funktionsfähigkeit und insgesamt schlechtere Gesundheit.

2. Vorsichtig

  • Merkmale: Zögerlich im Handeln, besorgt über Fehler, sensibel gegenüber Kritik.

  • Ergebnisse: Dies war einer der stärksten Prädiktoren für Erschöpfung, schlechtes emotionales Wohlbefinden und eine schlechtere allgemeine Gesundheit. Dauerhaft im Modus „Mach bloß keinen Fehler!“ unter Druck zu stehen, ist extrem zehrend.

3. Skeptisch

  • Merkmale: Misstrauisch, zynisch, immer auf der Hut vor hintergründigen Motiven.

  • Ergebnisse: Höhere Werte bei Skeptical waren verknüpft mit geringerem emotionalem Wohlbefinden, schlechterer sozialer Funktionsfähigkeit und mehr Erschöpfung. Wenn man ständig wachsam sein muss, kostet Arbeit mehr Energie, als sie zurückgibt.

4. Distanziert

  • Merkmale: Verschlossen, emotional distanziert, wenig verbunden mit anderen.

  • Ergebnisse: Reserved-Individuen neigten dazu, eine geringere soziale Funktionsfähigkeit, ein niedrigeres emotionales Wohlbefinden und mehr Erschöpfung zu melden.

5. Passiver Widerstand

  • Merkmale: An der Oberfläche unabhängig, darunter leise unzufrieden/grollend.

  • Ergebnisse: Passiver Widerstand war mit höherer Erschöpfung, geringerem emotionalem Wohlbefinden und schlechterer allgemeiner Gesundheit verbunden.

Aber: Manche Schattenseiten wirken energetisierend!

Anmassend und Buntschillernd – Eigenschaften, die oft mit übermäßigem Selbstvertrauen und dem Streben nach Aufmerksamkeit verbunden sind – zeigten:

  • Geringere Erschöpfung

  • Höhere wahrgenommene Energie

  • Bessere Bewertungen der allgemeinen Gesundheit

Das bedeutet nicht, dass diese Eigenschaften für Teams immer von Vorteil sind – aber es zeigt, dass Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeitsbedürfnis Menschen davor schützen können, sich ausgelaugt zu fühlen (zumindest emotional).

Skalen, die für die Gesundheit kaum eine Rolle spielten

Zwei Derailer zeigten kaum einen Zusammenhang mit gesundheitlichen Folgen:

  • Pedantisch: Perfektionistisch, regelorientiert.

  • Dienstbeflissen: Bestrebt zu gefallen, autoritätsorientiert.

Diese Eigenschaften können andere Herausforderungen mit sich bringen, aber in dieser Studie sagten sie Erschöpfung oder Wohlbefinden nicht stark voraus.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  1. Burnout liegt nicht nur an der Arbeitslast

    Zwei Personen können denselben Job haben und völlig unterschiedliche Erfahrungen machen. Die Persönlichkeit entscheidet mit darüber, ob Stress zu Treibstoff oder zur Belastung wird.

  2. Stille Erschöpfung wird leicht übersehen

    Die größten gesundheitlichen Risiken waren nicht an lautes oder dramatisches Verhalten gekoppelt. Sie hingen zusammen mit:

    • Rückzug

    • Zynismus

    • Zögern

    • Stillem Groll

  3. Persönlichkeitsentwicklung ist eine Gesundheitsstrategie

    Menschen dabei zu helfen, Selbstwahrnehmung bezüglich ihrer Entgleisungsfaktoren aufzubauen, ist nicht nur eine Frage der Leistung. Es geht um:

    • Energie

    • Engagement

    • Nachhaltigkeit

  4. „Starke Performer“ zahlen möglicherweise trotzdem einen Preis

    Personen, die nach außen hin stabil und anpassungsfähig wirken, können innerlich dennoch ausgelaugt sein. Ohne entsprechendes Bewusstsein zeigt sich dieser Preis erst später – in Form von innerer Kündigung, gesundheitlichen Problemen oder Fluktuation.

Ihre PG-Guides

Referenzen:

Ferrell, B., & Gaddis, B. (2017, April). Examining the relationship between dark side personality characteristics, health, and workplace stress. Paper presented as part of a symposium at the Society for Industrial and Organizational Psychology Annual Conference, Orlando, FL.