Warum Gen Z keine Lust mehr auf Management hat – und warum das kein Problem ist

Was, wenn das Problem nicht die Gen Z ist – sondern unser Verständnis von Führung?

Datum: 5. August 2026

Author: Constance Tournier

Kategorien:

Unbenannt

Eine aktuelle Studie der Personalberatung Robert Walters im Vereinigten Königreich zeigt: 52 % der Fachkräfte unter 30 lehnen den Gedanken ab, Führungskraft zu werden. Nicht erst später. Nicht „vielleicht irgendwann“. Sie wollen es schlichtweg nicht.

Dieses Phänomen hat sogar einen Namen: man nennt es „Conscious Unbossing“.

Auf den ersten Blick ist das besorgniserregend. Wer soll die Unternehmen von morgen führen? Doch schaut man genauer hin, lehnt die Gen Z nicht Führung an sich ab – sondern die Art und Weise, wie Führung derzeit gestaltet ist.

Conscious Unbossing: „Mehr Stress, mehr Druck … aber wozu?“

In ganz Europa zeigt sich ein einheitliches Bild:

  • Führungsrollen werden als extrem stressig und von hohem Druck geprägt wahrgenommen

  • Mehr Verantwortung bei gleichzeitig begrenztem Entscheidungsspielraum

  • Geringfügig höheres Gehalt, jedoch auf Kosten der Work-Life-Balance

  • Kaum spürbarer Sinn oder Freiraum für Kreativität

In Deutschland zeigte eine Studie bereits 2020, dass nur noch 29 % der jungen Fachkräfte Führungskraft werden wollten – verglichen mit 40 % in früheren Jahren. Ähnliche Muster zeigen sich in Frankreich und der Schweiz bei den unter 30-Jährigen.

Wie das Schweizer Radio und Fernsehen (RTS) berichtete, sehen viele junge Fachkräfte das mittlere Management als:

„Eine Rolle, in der man den Druck von oben und die Frustration von unten abfedert.“

Gen Z vs. Boomer: Ein anderes Verhältnis zu Macht

Die Gen Z ist nicht mit den gleichen Versprechungen aufgewachsen wie frühere Generationen.

Sie streben nicht nach:

  • Titeln

  • Hierarchischer Macht

  • Autorität um der Autorität willen

Sie suchen stattdessen nach:

  • Wirkung (Impact)

  • Übereinstimmung mit ihren Werten

  • Autonomie

  • Psychologischer Sicherheit

  • Einem Leben, das auch außerhalb der Arbeit stattfindet

Führung wird nicht mehr als „Beförderung“ wahrgenommen, sondern als zusätzliche Verantwortung mit überschaubarem Mehrwert.

Wie im PME Magazine hervorgehoben wird, gilt Management zunehmend als „unbewältigbare Rolle“, die eher mit Erschöpfung und Burnout assoziiert wird als mit Einfluss oder Sinnhaftigkeit.

Was also wünscht sich die Gen Z von Führung?

Sie wollen nicht „weniger Führung“. Sie wollen eine andere Führung.

  • Einen Enabler statt einen Kontrolleur

  • Kooperation statt Ansagen

  • Teams, denen vertraut wird, anstatt sie zu überwachen

  • Horizontale Governance, wo immer möglich

  • Flexibilität bei Arbeitszeit, Arbeitsort und Strukturen

Einige Unternehmen experimentieren bereits damit:

  • Co-Leadership-Modelle, wie von Laurent Tornare (Die Schweizerische Post) vorgeschlagen

  • Junge Mitarbeitergremien, wie sie etwa bei Nestlé etabliert wurden, um der jüngeren Generation eine Stimme bei der Gestaltung zukünftiger Modelle zu geben

Die Gen Z möchte mitgestalten, nicht nur ausführen.

Wo wir ins Spiel kommen

Bei der Personality Guidance AG erleben wir diesen Wandel täglich in unserer Arbeit.

Das ist kein Motivationsproblem – es ist eine Herausforderung bezüglich Selbstreflexion, Struktur und Personalauswahl.

  1. Strategische Selbstreflexion

    Mithilfe der Hogan Assessments entdecken Führungskräfte:

    • Wie sie natürlicherweise führen

    • Wann Kontrolle in Mikromanagement umschlägt

    • Wie ihre Werte (MVPI) mit denen jüngerer Generationen harmonieren – oder kollidieren

  2. Intelligentere Auswahl

    Nicht jeder sollte Führungskraft werden – und das ist völlig in Ordnung.

    Mit wissenschaftlich fundierten Diagnostiken unterstützen wir Ihre Organisation dabei:

    • Zu identifizieren, wer langfristig und nachhaltig führen kann

    • Zukünftige Gen-Z-Führungskräfte zu finden, deren Werte zu Ihrem Unternehmen passen

    • Die persönlichen Treiber, Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer nächsten Gen-Z-Talente zu verstehen

  3. Entwicklung

    Führungskräfte der Gen Z suchen nach mehr Zusammenarbeit und horizontaleren Führungsformen. Persönlichkeitsanalysen in die Entwicklung einzubinden, schafft echten Mehrwert. Unsere PG Guides unterstützen Sie dabei durch:

    • Moderation von Team-Workshops zur Erkundung der Zusammenarbeit, um Stärken und Herausforderungen aufzudecken

    • Befähigung verschiedener Generationen zu einer effektiveren Zusammenarbeit – durch gegenseitiges Verständnis von Verhaltensweisen, Motivationen und Erwartungen

Eine abschließende Frage

Wenn 52 % der Gen Z nicht mehr führen wollen, lautet die Frage vielleicht nicht:

„Wie überzeugen wir sie?“

Sondern eher:

„Welche Art von Führung ist es überhaupt noch wert, ‚Ja‘ dazu zu sagen?“

Referenzen